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SCHULPOLITIK REGIONAL

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„Wir fordern die Walsroder Akteure auf, ihr IGS-Begehren zum jetzigen Zeitpunkt zurückzuziehen,“ fordern Tanja Kühne, Kreisvorsitzende, und Dr. Christopher Lehmann, schulpolitischer Sprecher der FDP. „Der Fragebogen wird in einem Augenblick der hohen Verunsicherung versendet.

858 Erziehungsberechtigte sollen den Befürwortern den Rücken stärken. Damit werden sie für ein Planspiel missbraucht.“
Die Freien Demokraten fordern ein Gesamtkonzept der Schulpolitik im Heidekreis, um den zu erwartenden sinkenden Schülerzahlen gerecht zu werden. Dabei müssten Qualität der Bildung, Schulstandortsicherungen vor Ort aber auch Baukosten und Folgekosten im Fokus der Beratungen stehen.
„Qualität der Bildung heißt für uns nicht, dass möglichst viele Schulkinder Abitur machen“, so Dr. Lehmann. „Qualität heißt für uns, das jedes Kind nach seinem Potential und Lebensumfeld gefördert werden kann. Das heißt unter Umständen, an den umliegenden Schulstandorten kleinere Klassengrößen zu erreichen. Die Eltern sind zurzeit stark verunsichert. Unterschwellig schwingt bei der Umfrage die Frage mit, ob ihr Kind Abitur machen soll. Wenn ja, dann benötigen wir aber unbedingt die IGS. Bereits heute kann das Abitur im Südkreis sowohl am Gymnasium aber auch an der BBS in Walsrode erreicht werden. Das Angebot ist da. Niemand positioniert sich zur Zukunft des Gymnasiums.“

Weiter wird den 858 Erziehungsberechtigten unter dem Deckmantel, dass der Elternwille zähle, die Bürde einer möglichen millionenschweren Entscheidung auferlegt. In den bisherigen Umbau der Oberschule in Walsrode wurden bereits rund 10 Millionen Euro investiert. Sollte eine Fünfzügigkeit einer IGS erreicht werden, könnte der weitere Ausbau den Kreis erneut ungefähr 20 Millionen Euro kosten. „Die genauen Kosten weiß man allerdings nicht. Die Forderung der IGS ist damit in den Nebel der Umsetzung geschossen. Da die Finanzierung alle im Heidekreis betrifft, muss ein möglicher Umbau die Entscheidung der Kreispolitik sein. Bei der desolaten Finanzlage des Heidekreises muss diese mit allen Auswirkungen für umliegende Schulstandorte abgewogen werden,“ gibt Kühne zu Bedenken. „Will man kleine Schulstandorte schließen, dann muss man auch das Datum dafür festlegen. Aber den Mut hat auch keiner der Verantwortlichen in Walsrode.“ Dafür, dass die Kreistagsfraktionen ihre eigenen Bedingungen für die Einrichtung einer IGS stellen, zeigen die Liberalen Verständnis. „Es müssen alle Akteure an einen Tisch: Neben Kreispolitik und Verwaltung auch Schulleiter und Kreiselternrat. Deren bereits eingeholte Empfehlungen müssen auch berücksichtigt werden. Das ist bisher nicht erfolgt.“ Die Liberalen fordern ein gemeinsames Konzept mit der breitesten Kompromisslösung ein. Dafür sollte man sich die kommenden 3-4 Jahre Zeit lassen. Jetzt solle erst einmal Ruhe in die Schullandschaft einkehren.

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